Wichtig für den Kaufentscheid: Was sind E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs?

Auf dem deutschen Automarkt liegen SUV aktuell voll im Trend. In der Welt der Radfahrer stehen die E-Bikes hoch im Kurs. Verkauften die Hersteller 2013 erstmals eine Million Elektrofahrräder in Deutschland, waren es 2015 bereits rund 4,4 Millionen1. Der E-Bike-Markt boomt. Doch was macht diese Elektroräder eigentlich so besonders? Worauf gilt es beim Kauf zu achten und was kostet der flotte Radelspaß? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um E-Bikes, Pedelecs und Co.

Ob in der Werbung, auf Plakaten oder an Schaufensterscheiben der Fahrradhändler – wer ein Fahrrad mit Elektromotor sucht, kriegt ein E-Bike serviert. Dabei besteht zwischen den E-Rädern und Pedelecs ein kleiner, aber feiner Unterschied. Gemeinsam haben beide, dass der Fahrer sich wie bei einem normalen Drahtesel per Tretkraft fortbewegen kann. Die Besonderheit der E-Bikes liegt im elektrischen Antrieb: Sie funktionieren wie Kleinkrafträder und lassen sich per Gashebel beschleunigen. Je nach maximaler Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen E-Rades besteht sogar eine Helm- und Führerscheinpflicht. Ein amtliches Kennzeichen muss in jedem Fall angebracht sein. Das heißt auch: Jugendliche unter 15 Jahren müssen die rasanten Elektroflitzer vorerst von der Wunschliste streichen.

Ganz anders beim Pedelec. Hier dient der Elektromotor als Tretkraftunterstützung. Soll heißen: Muskelkraft ist auch weiterhin gefragt, denn die E-Power schaltet sich nur zu, wenn die Pedale getreten werden und der Fahrer die Trethilfe aktiviert. Der Elektromotor leistet maximal 250 Watt und schaltet sich ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h aus – damit gelten Pedelecs als Fahrräder und dürfen ohne Führerschein sowie von Fahrern jeden Alters bewegt werden. Auch eine Helmpflicht gibt es nicht, dennoch ist der Kopfschutz zu empfehlen.

Welches Antriebskonzept passt Zu Ihnen?

Front-, Mittel- oder Heckmotor

Wer gern schneller unterwegs ist und weiterhin auch selbst in die Pedale treten möchte, der entscheidet sich für ein S-Pedelec. Bei diesen Speed-Bikes leistet der E-Motor bis zu 500 Watt und beschleunigt das Duo aus Fahrer und Rad auf rund 45 km/h. Nachteil des Geschwindigkeitsrausches: S-Pedelecs gelten wie E-Bikes vor dem Gesetz als Kleinkrafträder. Ohne Versicherungskennzeichen und Helm muss das Rad stehen bleiben. Da auch ein Mofa-Führerschein vorgeschrieben ist, muss der Fahrer mindestens 15 Jahre alt sein. Darüber hinaus dürfen S-Pedelecs weder auf Radwegen fahren noch Kindersitze befördern oder Anhänger ziehen.

Nachdem Ihre Wahl auf eine E-Bike-Variante gefallen ist, folgt die Entscheidung über das Antriebskonzept. Wie beim Auto gibt es auch bei den Elektrorädern Front-, Mittel- und Heckmotoren. Sitzt das Elektrotriebwerk an der Vorderradnabe, ist eine verstärkte Gabel sowie ein spezieller Rahmen notwendig und das Rad fährt aufgrund des höheren Gewichts an der Front sehr kopflastig. Mit einer ausgeglichenen Balance überzeugen Räder mit Mittelmotor am Tretlager. Dieses Layout hat zudem den Vorteil, dass alle gängigen Fahrradschaltungen und Dynamos ohne Probleme an Laufrädern montiert werden können. Heckantriebsräder sind wie im Autoleben eher ein Fall für sportlich ambitionierte Fahrer. Der Motor in der Hinterradnabe sorgt für gute Traktion und ordentliches Drehmoment – damit geht es zügig den Berg hinauf.

Behandeln Sie den Akku pfleglich,

haben Sie noch lange Freude am E-Bike

Passend zum Antriebskonzept sollten Sie auch ein Rad mit sinnvoller Akkuposition wählen. Der Energiespeicher kann in der Nähe des Vorderrades, am oder im Rahmen sowie auf dem Gepäckträger angebracht sein. Sportliche Fahrer beispielsweise schätzen Heckantrieb und das zusätzliche Akku-Gewicht auf dem Hinterrad. Das erhöht den Grip und minimiert sogar bei zügiger Beschleunigung den Schlupf. Für den Alltag ist dagegen eine ausgeglichene Gewichtsverteilung sinnvoll. Welches Konzept am besten zu Ihnen passt, finden Sie nur bei einer Probefahrt heraus.

Eines haben alle Akkus gemeinsam: Sie sollten pfleglich behandelt werden. Ganz gleich ob Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer-Batterie – beide mögen es weder zu heiß noch zu kalt. Deshalb sollten sie darauf achten, dass Ihr Fahrrad über einen abnehmbaren Akku verfügt, damit Sie an besonders heißen oder kalten Tagen die Energiespeicher mit in die Wohnung nehmen und vor Temperaturspitzen schützen können. Hochwertige Akkus halten drei bis fünf Jahre und können etwa 1.000 Mal voll aufgeladen werden.2

Lassen Sie sich beim Kauf eines E-Bikes oder Pedelecs nicht von der angegebenen Reichweite blenden. Laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) „gibt es keine standardisierten Testverfahren für die Reichweite von Elektrorädern, daher lassen sich die Herstellerangaben nicht untereinander vergleichen.“3 Als Anhaltspunkt dienen die angegebenen Wattstunden. Doch auch daraus lässt sich keine verlässliche Maximalstrecke ableiten. Die vielen Faktoren wie Gewicht des Rades und des Fahrers, Geländebeschaffenheit, Witterungsverhältnisse sowie Gegenwind erschweren die Rechnung. Der ADFC gibt ein Reichweitenmittel von 30 bis 60 Kilometer an.4

Finger weg von Billigrädern:

kaufen Sie am besten im Fachhandel

Beim Kauf eines E-Bikes oder Pedelecs gilt es einiges zu beachten. Eine Probefahrt ist unerlässlich. Der ADFC rät Elektroräder „ausschließlich im Fachhandel“5 zu kaufen. Auch zum Preis gibt der Fahrradclub Auskunft: „Die aufwändige Technik ist nicht billig. Ebenso schlagen Entwicklungskosten für spezielle Rahmen zu Buche. Unter 1.800 Euro sind deshalb in der Regel keine rundum empfehlenswerten Modelle zu finden.“6 Ein weiteres Indiz für gute E-Räder: die CE-Kennzeichnung. Während das Zeichen für normale Bikes nicht Pflicht ist, erhalten in Europa nur geprüfte Pedelecs und Co. dieses Qualitätsmerkmal. Darüber hinaus weist das GS-Siegel besonders sichere Fahrräder aus.

Was mögen Sie an Ihrem E-Bike/Pedelec?

1 Quelle: www.pd-f.de.
2 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e.V. (Hg.): Verbraucherinformation zu Pedelecs und E-Bikes. Was Sie wissen sollten und wie Sie ein gutes Elektrofahrrad finden, Berlin 2014.
3 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e.V. (Hg.): Verbraucherinformation zu Pedelecs und E-Bikes. Was Sie wissen sollten und wie Sie ein gutes Elektrofahrrad finden, Berlin 2014.
4 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e.V. (Hg.): Verbraucherinformation zu Pedelecs und E-Bikes. Was Sie wissen sollten und wie Sie ein gutes Elektrofahrrad finden, Berlin 2014.
5 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e.V. (Hg.): Verbraucherinformation zu Pedelecs und E-Bikes. Was Sie wissen sollten und wie Sie ein gutes Elektrofahrrad finden, Berlin 2014.
6 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e.V. (Hg.): Verbraucherinformation zu Pedelecs und E-Bikes. Was Sie wissen sollten und wie Sie ein gutes Elektrofahrrad finden, Berlin 2014.

(Stand 08/2016, Irrtümer vorbehalten)

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Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.