Lichtgestalten in Rot-Grün: Ausstellung „Ampelmännchen & Co.“

Sie sind überall. Von Kiel bis Kempten, von Aachen bis Cottbus sorgen sie an nahezu jeder Straßenecke und jeder Kreuzung für Sicherheit. Meist kommen sie dabei zu Zweit, inzwischen aber auch schon mal zu Viert. Die Rede ist von Ampelmännchen, jenen kleinen Helfern, die im Alltag das Miteinander von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern regeln. Das Stadtmuseum Gütersloh widmet den rot-grünen Lichtgestalten eine sehenswerte Ausstellung: „Ampelmännchen & Co.“ präsentiert noch bis zum 18. Februar 2018 insgesamt 200 teils kuriose Exponate aus aller Welt und zeigt Vielfalt und Wandel im Spiegel der Ampel.

Im Gegensatz zu ihren meist unsichtbaren Verwandten – den Heinzelmännchen, die des nächtens heimlich still und leise ausrücken, um ungeliebte Hausarbeiten zu erledigen – haben Ampelmännchen hierzulande fast keine Lobby. Völlig zu Unrecht! Denn auch sie sind wichtige Helfer, ohne die im Alltag auf deutschen Straßen vermutlich pures Chaos herrschen würde. Nicht umsonst zählt der Spruch „Bei Rot sollst du stehen, bei Grün kannst du gehen“ zu den wichtigsten Regeln, die bereits kleine Kinder erlernen, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.

Doch Ampelmännchen sind noch viel mehr als bloße Stop-and-Go-Kameraden mit hohem Autoritätsanspruch. Wer sich näher mit den farbenfrohen Figuren befasst, taucht ein in eine faszinierende Welt voller Vielfalt und kurioser Geschichten. Rund um den Globus gibt es sie in verschiedenen Formen und Motiven – vom allseits bekannten Mainzelmännchen über gleichgeschlechtliche Pärchen, die verliebt Händchen halten, bis hin zum magischen Kindermädchen Mary Poppins, das im australischen Örtchen Maryborough den Verkehr regelt. Was es damit auf sich hat und warum unsere niederländischen Nachbarn brav warten, bis die rote der grünen „Sofie“ weicht – das und vieles mehr erfahren die Besucher der Ausstellung „Ampelmännchen & Co.“ auf einer besonders spannenden Reise durch die Technik- und Kulturgeschichte der Ampel.

Erste Ampel der Welt explodiert in London

Gemeinsam mit dem Bielefelder Frank Föste hat das Team des Gütersloher Museums Kurioses und Keckes aus der ganzen Welt zusammengetragen. Neben Ampelfiguren stehen auch Verkehrsschilder und sogenannte „Crosswalk Art“-Fotos im Fokus – also Bilder außergewöhnlich gestalteter Kreuzungen und Zebrastreifen. So werden 150 Jahre Verkehrsgeschichte lebendig. Oder hätten Sie gewusst, dass die erste Ampel der Welt vor fast 150 Jahren an einer Londoner Straßenecke aufgestellt wurde? Ein echter Knaller, und zwar im wahrsten Wortsinne: Das mit Gas betriebene Lichtzeichen explodierte wenig später mit kräftigem Getöse.

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Es sollte bis 1914 dauern, bis in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio die erste elektrisch betriebene Ampel das Straßenbild zierte – der Beginn des weltweiten Siegeszuges. Wenig später fand das innovative Leuchtzeichen auch seinen Weg nach Deutschland: 1922 nahm in Hamburg die erste elektrische Ampel ihren Betrieb auf. Heute, 95 Jahre später, leisten hierzulande rund 1,5 Millionen Ampeln einen wichtigen Beitrag für einen möglichst sicheren und reibungslosen Verkehrsfluss.

Grünes Licht für homosexuelle Ampelfiguren

Mindestens ebenso interessant: Die unterschiedlichen Ampel-Motive und -Designs aus aller Welt spiegeln auch den gesamtgesellschaftlichen Wandel im Laufe der Zeit wider. Gleichgeschlechtliche Ampelfiguren zählen heute in vielen europäischen Städten wie selbstverständlich zum Straßenbild. Noch vor einigen Jahrzehnten wären sie vermutlich Anlass für einen waschechten Skandal gewesen. Darüber hinaus rückt die Ausstellung „Ampelmännchen & Co.“ im Stadtmuseum Gütersloh die Ampel auch als Symbol für die Inklusion von Blinden und Sehgeschädigten in den Mittelpunkt. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür sind spezielle Bedarfsampeln, dank derer auch Menschen mit Sehbehinderung sicher ihren Weg durch den Verkehr finden.

Ampelfrauen

Abgerundet wird die Ausstellung von künstlerisch abgewandelten Ampelfiguren und Verkehrszeichen, die zum Nachdenken und Schmunzeln anregen. In einer eigens eingerichteten Ideenwerkstatt können kreative Besucher ihrer Fantasie freien Lauf lassen und individuelle Ampeln sowie Verkehrszeichen entwerfen. Für kleine Besucher hält das Stadtmuseum Gütersloh eine Spiel- und Leseecke bereit, in der sich alles um das Thema Straßenverkehr dreht.

Alle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden Sie hier.

Welche kuriosen oder außergewöhnlichen Ampelfiguren sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Bildquelle Hauptmotiv: Urheber: olenaznakk.
Bildquelle Galerie: Stadtmuseum Gütersloh

(Stand 11/2017, Irrtümer vorbehalten)

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